Erkundung

Erkundungsmaßnahmen, Eigentümermitwirkung, Ergebnisdarstellung


Bestands- und Zustandserfassung der Grundstücksentwässerungsanlagen

In vielen Fällen sind die Leitungsverläufe auf den Grundstücken völlig unklar. Die Bauherren haben oftmals keinen Wert darauf gelegt, die erdverlegten Leitungen in einem Bestandsplan darzustellen oder fotografisch zu dokumentieren. Diese Verläufe später zu rekonstruieren, gelingt heute in relativ zuverlässiger Weise im Zuge der optischen Inspektion. Die heutigen Kleinkamerasysteme zur Untersuchung und Dokumentation der Leitungszustände verfügen über immer besser werdende Lageortungs- und Dokumentationsmöglichkeiten im unmittelbaren Zusammenhang mit der Inspektion. Um den Arbeitsaufwand zu optimieren, empfehlen sich folgende Arbeitsschritte:

  • VORERKUNDUNG DER GRUNDSTÜCKSSITUATION

    Einsichtnahme und Auswertung der Grundstücksentwässerungsakte in der Kommune:
    Diese dient der grundsätzlichen Klärung, welche Kenntnisse zur Entwässerungsanlage offiziell bei der Gemeinde vorliegen (z.B. Entwässerungsantrag).

    Grundstückserstbegehung mit dem Grundstückseigentümer:
    Diese dient der Klärung der Abwasseranfallstellen in der unteren Gebäudeebene (z.B. Keller), der bekannten oder zu vermutenden Leitungsverläufe, der Zugangsmöglichkeiten zum Leitungsnetz (Schächte, Putzöffnungen usw.) und der Frage geplanter baulicher Veränderungen (z.B. Außerbetriebnahme von Teilsträngen, Oberflächenumgestaltung, Gebäudeumbauten).

    Zusammenfassung der gesammelten Erkenntnisse in einer einfachen Lageskizze und ggf. Bilddokumentation:
    Die Vorerkundung dient dem Zweck, möglichst viele Informationen zur Grundstückssituation an das Inspektionsunternehmen übergeben zu können. Hierdurch werden die technischen Arbeitsabläufe vor Ort effektiver und kostengünstiger. Weiterhin dient die gewonnene Ortskenntnis (z.B. Bilddokumentation) der späteren Prüfung von Sanierungsalternativen.


  • TECHNISCHE ZUSTANDSPRÜFUNG

    Signalnebeluntersuchung für Grundstücke, die an öffentliche Entwässerungsnetze mit getrennten Kanälen für Schmutz- und Regenwasser (Trennsystem) angeschlossen sind:
    Diese dient der Feststellung, ob Fehlanschlüsse von zum Beispiel Regen- an Schmutzwasserkanäle vorhanden sind.




    Optische Inspektion der gesamten Entwässerungsanlage mittels TV-Kameras mit vorhergehender Reinigung der Leitungen:
    Diese dient primär der optischen Zustandserfassung eventueller Schadenszustände. Daneben wird im Zuge der Inspektion die Ortung der Leitungsverläufe vorgenommen und dokumentiert. Der Auswahl des geeigneten und entsprechend ausgerüsteten Unternehmens kommt eine große Bedeutung zu. Vielfach ist die notwendige Kompetenz und Ausstattung unzureichend.


    Ggf. müssen zusätzliche Dichtigkeitsprüfungen durchgeführt sein. Diese sind dann erforderlich, wenn sicher ausgeschlossen werden soll, dass Undichtigkeiten bestehen. Die optische Inspektion ermöglicht nur bedingt Aussagen zur Dichtigkeit der Entwässerungsanlage.

    Prüfkoffer


  • ANALYSE DER UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE

    Dokumentation der Bestandssituation
    Die Erkenntnisse der Leitungsverlaufsortung führen zu einem Bestandslageplan, in dem die einzelnen Leitungsteile benannt und dargestellt werden. Dieser dient der Visualisierung ggf. notwendiger Maßnahmen und evtl. bestehender Behinderungen durch Überbauungen.




    Bewertung der Zustandsdaten
    Die festgestellten Schäden werden hinsichtlich des Schadensausmaßes und der Sanierungsdringlichkeit i.d.R. klassifiziert und bewertet. Nicht jeder festgestellte Schadenszustand muss im Sinne der gesetzlichen Vorgaben (im Wesentlichen: Dichtigkeit) unmittelbar oder überhaupt saniert werden. Diese Analyse sollte von neutralen Spezialisten vorgenommen und nicht Firmen überlassen werden, die ein eigenes Interesse an (teueren) Sanierungsarbeiten haben könnten.



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© Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. // (DWA)

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